Yves Vivana
Poetry
Dunkle Gesichter
kommen aus den Tätzchen plötzlich Krallen.
Viele scheinen oft so liebevoll und ehrlich,
doch wenn die Masken fallen, wirds gefährlich.
Erst einmal um den Wickel,
wird aus Gold, ganz schnell Nickel.
Die Maske siehst du nicht,
nur wenn sie fällt, siehst du das wahre Gesicht.
Wer trägt sie, wer trägt sie nicht?
Wer sitzt im Schatten, wer steht im Licht?
Du wirst es oft nicht sofort erkennen und deshalb vielleicht noch ein paar mal in die falschen Arme rennen.
Die Erde ist wie ein großer Maskenball.
Viele Steine und darunter kaum ein Kristall.
Masken sind der Schutz derer, die noch Schüler sind statt Lehrer.
Aber sie schützen auch die bösen Charaktere, denn ohne ihre Maske, griffen sie nur ins Leere.
Doch zwischen all den falschen Blicken
gibt es Herzen, die noch richtig ticken.
Die keine Maske brauchen, um zu bestehen,
die echt sind, auch wenn es viele nicht sehen.
Geschrieben von Yves Viviana am 17. Oktober 2021 ©
Engelstränen
wie Glas, das vom Himmel fällt
und in tausend stumme Splitter zerbricht.
Die Straßen tragen Narben aus Stimmen,
Parolen kleben wie alter Rauch
an grauen Hauswänden.
Menschen laufen vorbei,
mit gesenkten Blicken,
Augen voll flimmernder Wahrheiten,
gefangen in einer Endlosschleife
aus dem, was sie hören
und niemals hinterfragen.
Aus Lautsprechern tropft Angst,
süß verpackt in Versprechen,
und sie trinken sie
wie Wasser in der Wüste.
Ein Korallenriff aus Gedanken,
einst lebendig und bunt,
ist längst verblasst,
zerfressen von Zweifel
und fremden Stimmen.
Suchend nach ihrem Retter zeigen ihre Hände nach oben,
in den leeren Himmel,
doch in den Spiegel
schaut keiner lange genug.
Die Welt klingt laut,
doch tief darunter
liegt eine verlorene Waldstille,
die kaum noch jemand findet.
Stattdessen ein Höllental aus Lärm, aus Wut, aus blinden Reaktionen,
in dem sich Menschen verlieren,
ohne zu wissen, warum.
Zwischen all dem zerbrochenen ein flüstern:
„Erinner dich…“
Doch der Wind trägt es fort,
verweht zwischen Sirenen
und endlosen Wiederholungen.
Engelstränen auf kaltem Beton,
leuchtend im Dreck,
bis selbst das eigene Licht
vergessen wird.
Und irgendwo,
zwischen Staub und Schweigen,
liegt noch ein Herz,
das weiß,
dass es noch Hoffnung gibt für diese Welt.
…und wartet dass wir endlich aufhören, wegzusehen.
Geschrieben von Yves Viviana 🌹
am 28. März 2026
Wahre Worte
Eine Lüge nach der anderen, die bis zum Himmel ragt.
Sagst etwas, das du gar nicht so meinst,
sitzt im Dunkeln, aber scheinst.
Egonummern laufen hier auf Hochtouren,
sie hinterlassen in jedem von uns ihre Spuren.
Dennoch wagt keiner den ersten Schritt,
so wird das hier noch ein langer Ritt.
Durch die trockene Wüste, lange keine Oase in Sicht,
wir laufen im Schatten eines anderen statt in unserem eigenen Licht.
Die Zeit läuft und bleibt für dich nicht stehen,
Menschen kommen und Menschen gehen.
Wer steht hinter dem, was er sagt?
Fallen viele Sätze nur noch auf der Jagd?
Wenn der Mensch etwas will, wenn der Mensch etwas braucht,
kaum ausgesprochen, schon verraucht?
Steckt noch hinter irgendeinem Satz etwas Wahres?
Was hast du von alledem eingehalten Ende des Jahres?
Überlege, bevor du über andere klagst, frage dich erst einmal selbst, wie oft du anderen etwas Falsches sagst.
Halte es ein oder sprich es nicht aus,
bist du nicht sicher, behalte es für dich und lass es nicht raus.
Finde wieder den Wert hinter deinen Worten,
hör auf, sie einfach nur bei anderen zu horten.
Statt nichtssagend und wertlos, wieder von Herzen und ganz groß.
Geschrieben von Yves Viviana
am 13. Oktober 2021